Schwule in Moskau… Schläge in Moskau…

Ein Schwuler wird von Neonazis verkloppt und dies wird nicht wirklich geahndet oder weiter verfolgt. Das passiert ja nun nicht selten, dass unsere braunen Anwärter auf Hirnschrittmacher und Denk-Rollator einen Mann, der eben auf Männer steht, vermöbeln, weil sie in ihm Ängste, die in ihnen selbst und ihrer eigenen sexuellen Natur entsprungen sind, sehen. Ob das in Ordnung ist, lasse ich dahin gestellt, sicher wird das keiner offen zugeben, aber es gibt viele – dies wird sich sicher auch in Kommentaren niederschlagen – denen das doch egal ist.

Kommen wir nach der Einleitung zum konkreten Punkt, um den es gehen soll. Russland ist ja jetzt nicht mehr kommunistisch und wir haben endlich diese alten KGB-Strukturen abgeschüttelt, danke, vielen Dank Gorbatschow. Aber irgendwie scheint man gerade nicht viel von Demokratie zu halten.

„Wir haben vielleicht eine Demokratie, aber wir leben in einem organisierten Land und in einer organisierten Stadt.“, so Juri Luschkow, der Bürgermeister von Moskau. Es gibt zwar Demokratie, aber (Betonung auf „aber“) der Staat ist ja organisiert. Das heißt ja eigentlich, dass Demokratie und Organisation gegenteilige Begriffe sind – wenn Luschkow das sagt. Anlass zu dieser – ich sag einfach mal wackeligen – Behauptung war folgender Vorfall.

Der deutsche Abgeordnete der Grünen, Volker Beck, bekennender Homosexueller, war in Moskau auf einer nicht genehmigten Demonstration gegen die Benachteiligung homosexueller moskauer Bürger. Da dachten sich halt, wie in der Einleitung geschildert, einige der moskauer Braunen, dass sie Volker Beck mal schlagen, weil der ja schließlich keinen normalen Sexualtrieb nach ihrem braunen Bilde hat. Jeder normale Mensch würde sagen: Das ist nicht in Ordnung und Moskau sollte da – auf jeden Fall für die Harmonie mit Deutschland, dem netten Wirtschaftspartner – mal ein wenig ermitteln oder in Aktion treten. Jetzt kommt es aber: Moskau sagt sinngemäß, wir im Osten haben noch die guten Moralvorstellungen, wo Männlein und Weiblein = ja und Männlein und Männlein = nein. Deswegen sollte man sich ja grundsetzlich nicht solch einer lasterhaftigen „Zügellosigkeit“ hingeben, wie es der Westen tut. Wenn das stimmt, dann würde ich sagen hat Luschkow hundertprozentig Recht, keinen Finger in Becks Fall zu rühren und kann sich auch die paar Wähler sparen, die unter den Moskauer Bürgern halt homosexuell oder lesbisch sind. Demokratie ist ja schließlich auch nur, was Politiker draus machen, so war das schon immer, so ist es und so wird es auch immer sein, oder? Genau Luschkow.

Macht man so weiter, dann wird das großes Kino geben in Moskau, wo die Demokratie offizielle Regierungsform ist. Aber na ja, wird man halt in Zukunft einfach ein bisschen gründlicher drauf hauen, wenn die „vom anderen Ufer“ eine Demo gegen ihren Alltag in Moskau starten. Man hat ja genug Auswahl aus Neonazis, radikalen militanten orthodoxen Christen und nicht zu vergessen die gut geschulten Sicherheitskräfte.

Zum Nachdenken

Ich will in diesem Artikel mal etwas schreiben und versuchen, das in letzter Zeit eigentlich ehr verpöhnt, mit Misstrauen betrachtet und für überholt gehalten wird. Ich versuche jetzt einmal, den Papst nicht als Oberhaupt einer korumpierten und beinahe fanatischen Religion darzustellen, sondern als jemanden, der versucht mit seiner repräsentativen Stellung in der Welt ein bisschen mehr Gutes zu schaffen. Ich weiß, klingt doof und man kennt es, aber es handelt sich hier um den Versuch, zu zeigen, dass das gängige Bild, das man vom Katholizismus bekommt, nicht immer stimmt. Ich hoffe, man kann sich nach diesem Artikel ein Bild von der römisch-katholischen Kirche machen, das mit guten Argumenten verteidigt werden kann. Ob ihr Katholiken nun skeptisch oder gleichgültig gegenübersteht oder euch nachher noch selbst dazu zählt, das ist mit egal, ich selbst kann mich nicht wirklich als gläubigen Christ o. ä. bezeichnen.

Bis jetzt hatte ich eigentlich kein richtiges Bild vom „deutschen Papst“ (toll, dass es kein normaler, sondern ein „deutscher“ Papst ist – danke BILD). Ich hab auch ehr skeptische Haltung eingenommen, nachdem ich davon hörte, dass der Teufel nun wieder als existenzielle Macht angesehen wird und es nun einen Beauftragten für Exorzismus im Vatikan gibt. Aber eigentlich vertritt der Papst ja Katholizismus und ein Stück weit auch dessen Geschichte. Dazu gehören Menschen wie Kardinal Clemens Graf von Gahlen, das zweite vatikanische Konzil (was viele nicht kennen) und der Franziskanerpater Maximilian Kolbe.

Clemens Graf von Gahlen, katholischer Kardinal, ist es zu verdanken, dass Münster (meine Geburtsstadt 😉 ) zur NS-Zeit nicht etwa hundertprozentig unter dem Einfluss Hitlers stand, sondern Menschen wie er es wagten, sich öffentlich gegen den Holocaust, den Rassismus und gegen den Antisemitismus auszusprechen. Des weiteren wäre da Maximilian Kolbe, ein Franziskaner, bei dem selbst der kirchenkritischste Mensch zugeben muss, dass er nicht für das von Dan Brown und den Medien geschaffene „System Vatikan“ arbeitete. Dieser Franziskaner ging nämlich in Auschwitz für einen Familienvater in den Hungerbunker und starb dort. Wo ist da nun die intrigante und machtgierige Seite der Katholiken? Wo ist denn nun die Leichtgläubigkeit und Charakterschwäche, die Grund für die Kirchgänge sein soll?

Und jetzt will ich noch einmal daran erinnern, dass man, bevor man über römisch-katholische Kirche urteilt, erst informiert sein sollte und nicht pauschal sagen sollte „Die sind machtgeil!“ oder „Die sind doch eh alle altmodisch und von gestern!“. Was sind denn nun die Ziele dieser Religion? Im Grunde ist es doch nicht schlecht oder verwerflich, wenn man versucht, sich für Frieden einzusetzen, Botschaften der Bergpredigt (Gleichheit, Liebe und Gewaltfreiheit) zu verbreiten oder auch anscheinend abwegige und scheinbar sinnlose Aktionen zu machen wie etwa Papst Benedikt XVI. es in Polen machte. Der hat 30.000 Jugendliche schriftlich schwören lassen, niemals im Leben illegalge Drogen zu konsumieren.

Also, ich denke nicht, dass man pauschal schlecht von jemandem reden sollte, der vor Dingen wie dem „Missbrauch Gottes zur Rechtfertigung blinder Gewalt gegen Unschuldige“ warnt oder die Behauptung in den Raum stellt, dass Gewalt keinen Frieden stiftet, sondern nur wieder Gewalt hervorruft – eine Spirale der Zerstörung, in der alle am Ende nur Verlierer sein können (nicht wahr Andre S. oder auch Honk;) ).

Bitte jetzt nicht denken, ich fände alles im Vatikan toll oder wäre ein Katholik bis ins Blut. Nein nein, ich sehe einige Dinge auch kritisch, wollte nur mal Anreiz geben, in Zukunft vielleicht nicht allzu schnell und ohne Vorwissen zu urteilen, wie es wirklich viele Menschen, mit denen ich mich über Kirche unterhalten habe, machen.

Hermie

Angst geht um in Oberbayern

Diesen Artikel schreibe ich einmal mit korrekter Recht-, Groß- und Kleinschreibung, weil der mal ein etwas ernsteres Anliegen hat. Es geht um das Anliegen der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen und ihren Bewohnern wie z.B. Kornelia Drexler. Denn: „Kein Mensch kann seines Lebens mehr sicher sein.“

In Garmisch-Partenkirchen ist jetzt jeder besorgt um seine Schafe, seine Hühner und seine Kinder. Denn der Bär treibt sein Unwesen. Man redet vom Risikobären, der eine Gefährdung für die Öffentlichkeit darstellt und Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf von der CSU hat in seiner Sorge um die wirklich stark bedrohte Sicherheit des Landes und der „Oberbayern“ den Bären zum Abschuss frei gegeben.

Sicher, das würde ich auch machen. Schließlich sind die 4,2 mio. Bürger Oberbayern akut durch den einen Bären, den „Risikobären“, bedroht und können keine ruhige Minute mehr haben. Kornelia Drexler fasst die Angst gut in Worte: „[…]Wenn ich mir vorstelle, dass wir ihm beim Radfahren im Wald plötzlich gegenüberstehen. Schrecklich ist das“

Aber eigentlich handelt es sich ja bei der ganzen Debatte um die Fortführung deutscher Traditionen. Schließlich gab und gibt es den Kampf Deutscher Jäger – Bär schon seit Jahrhunderten. Schon im Mittelalter wurden die Tiere in waldreiche und schwer zugängliche Gebiete zurück gedrängt, bis ein stolzer deutscher Jäger vor gut 170 Jahren den „Ursus arctos“ – so der lateinische Name des Braunbärens – in Deutschland komplett ausrottete, indem er den letzten deutschen Vertreter seiner Art in Ruhpolding erlegte.

Man kann diese ganze Situation nicht vergleichen mit der Jagd auf andere aussterbende oder seltene Tierarten, wie etwa die afrikanischen Bauern, die grausamst Elefanten töten, um ihre Ernte zu schützen. Wir Deutschen, wir handeln schließlich in Notwehr! Und ein wenig liegt es ja auch in unserem Blut, dass wir da weitermachen müssen, wo man in Ruhpolding vor 170 Jahren aufgehört hat. Umweltschutz und den ganzen Luxus, der das Gewissen beruhigt schon, aber doch bitte nicht vor meiner Haustür! Womöglich muss man dann noch Elektrozäune für das liebe Vieh anschaffen, was den Bären ja abhalten könnte.

Nein nein, da konsultiert der Herr Schnappauf lieber seine oberbayrischen Jäger, die dann natürlich nicht einfach sinnlos auf alles ballern, was aussieht wie ein Bär – da kann ja auch leicht mal ein oberbayrischer Jagdkollege bei drauf gehen – man ist schließlich kein blutrünstiger Barbar, sondern Jäger. Zumindest Herr Schappauf sieht da einen unterschied. Kommen wir aber zum Bären zurück. Sollte nun ein mutiger Recke es schaffen den Schuss zu feuern, der erlaubt ist, nämlich nur ein einziger tödlicher Schuß in Herz Lunge oder Kopf, so tut er dies gemütlich vom Hochsitz aus und wartet natürlich auch noch eine Viertelstunde, man könnte ja von dem verwundeten Tier angefallen werden. Und die paar Schmerzen, die es in der kurzen Zeit erleiden muss – die Mittel heiligen ja den Zweck.

Und da der Braunbär ja nur Wildtier des Jahres 2005 und nicht des aktuellen Jahres 2006 ist, kann man sich ja ein klein wenig Hysterie erlauben und über diesen kleinen Makel, den die Tötung dann mit sich bringen würde, hinweg sehen. Außerdem hat man dan kleinen braunen und pelzige Zwischenfall aus ausgestorbener Zeit ist dann eh vergessen, weil dann wieder ein Skandal die Grand-Prix-Welt erschüttert.

Und was kann denn nun der Mensch dafür wenn der dumme Bär sich an ihn gewöhnt und sich denkt, dass Weidevieh leichter zu reißen ist als beispielsweise ein Reh? Der Bär hätte halt beim Jäger im Wald bleiben sollen und sich am restlichen Wild gütlich tun sollen, statt sich mit dem oberbayrischen Umweltminister – der sich nun die Sicherheit des Landes ans Rever steckt und den Innenminister in den Schatten stellt – , den Bauern Oberbayerns und der oberbayrischen Schlacht ich meine Jagdgesellschaft anzulegen.

Wenn manche nun davon reden, dass man sich nun für den Umweltschutz und den Bären oder gegen das Fortleben des Bären und damit gegen den Umweltschutz entscheiden müsse, dann ist dies schlichtweg Unsinn. Schließlich geht es hier um die Sicherheit von 4,2 mio. deutscher Staatsbürger und die ist so gefährdet, wie die der Amerikaner, als Saddam seine Massenvernichtungswaffen schon kurz vorm Abfeuern hatte. Zum Glück hat da Herr Bush nochmal eingegriffen, aber wie auch immer.

Man darf in solchen Situationen nicht auf die vermeintliche Stimme der Vernunft hören und muss dann auch mal von Luxus wie Umweltschutz absehen, denn DER BÄR IST AUßER RAND UND BAND UND EINE BEDROHUNG! Um das mal klar zu machen. Deswegen muss der Bär abgeschossen werden, damit Oberbayern am besten nie wieder von Meister Petz bedroht wird.

MfG Hermie

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