Hallo George! – Über die Geschichte von einem Mann gegen 1300 Gullydeckel und die Mainzer Briefkästen

Was würden wir eigentlich tun, wenn wir mal einen Bekannten, beispielsweise Uncle John, in den USA, sagen wir mal exemplarisch in Washington D.C., besuchen? Wir würden uns um ein Visum kümmern, darauf achten, dass wir genug frische Wäsche dabei haben, die Pflanzen in der Zwischenzeit gegossen werden und zuletzt würden wir noch unseren Rauschebart stutzen, aus Angst, ansonsten für einen Terroristen gehalten zu werden.

Aber würde ich denn nun von Uncle John verlangen, dass er dafür sorgt, dass das Handynetz der Amerikaner abgeschaltet wird, solange ich da bin? Wohl kaum…
Das dachte sich Mr. George W. Bush auch, das deutsche Handynetz von der Telekom abschalten zu lassen wäre ja doch ein wenig zuviel verlangt und könnte von einigen Menschen missverstanden und als paranoid interpretiert werden. Es könnte zwar zu einer Fernzündung per Handy kommen, doch das Risiko müsste George dann auf sich nehmen.
Um den Leser ein wenig in die Örtlichkeiten einzuführen folgt nun mal eine Karte von dem Ort, wo besagter Besuch von George W. Bush stattfand:

Bush

Was George (und was auch ich mir nicht nehmen lassen würde, besuchte ich Uncle John) lediglich verlangte war, dass eine geringe Zahl von Kanaldeckeln zugeschweist wurde (es waren ja nur 1300…) . Nicht erwähnenswert und eigentlich schon selbstverständlich ist da eigentlich, dass alle Briefkästen in der Sicherheitszone abgehängt wurden.
Der Besuch selber ist dann eigentlich wohl Recht angenehm gewesen. George hat es gut gemeistert, was ihm Dick empfohlen hat: „George lass Gerd bloß nicht diese bösen Sachen wie ‚Waffenembargo gegen China‘ oder womöglich noch ‚ein dauerhafter Sitz Deutschlands im Weltsicherheitsrat (?!?)‘ anschneiden! Am besten fällst du ihm ins Wort und verwirrst ihn… oder bedank dich einfach…“ George hat das auch super geschafft! Noch nie hat sich ein Amerikaner so dafür bedankt, dass er bei uns sein darf. Jeder zweite Satz triefte vor „Dankeschön“s und wahrscheinlich hätten einige kritische Stimmen das ganze „Vordringen ins Rektum“ oder im Volksmund „Arschkriechen“ genannt, aber die waren ja weit weg.
Um genau zu sein waren die nämlich ca. zwei Häuserblocks weiter in der „Demonstrantenzone“.

Alles in Allem würde ich sagen, dass wir dankbar sein können, dass wir noch mit Mobilfunktelefonen telefonieren dürfen ohne von Mr. Bushs Bodyguards mit einer Pistole im Anschlag darum gebeten zu werden, die Waffe aus der Hand zu legen.
Aber ich glaube wenn ich Uncle John gefragt hätte, ob er die Gully zuschweist und seinen Briefkasten umsemmelt, nur damit ich mich ein wenig unbedrohter fühle, dann hätte mir Uncle John glaube ich den Gullydeckel direkt ein paar Mal um die Ohren gehauen, damit ich mal ein wenig runterkomme…

In diesem Sinne,

Euer Hermie

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Hermie

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